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Alice Hasters

„Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten“

veröffentlicht am 19.05.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Vroni Sterner

Alice Hasters - Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten

Alice Hasters - Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten, Foto © Jana Edisonga Photography

Überall wird über „Opfer“ gesprochen. Doch zunehmend sind damit nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist. Sondern solche, die als verweichlicht gelten, andere herunterziehen oder sich über sie stellen wollen. „Opfer“ – das ist längst ein Vorwurf geworden. Wenn Menschen nicht so viel jammern würden, heißt es, hätten wir nicht so viele Probleme. Was passiert in unserer Gesellschaft, wenn Sensibilität als elitär gilt, das „Recht des Stärkeren“ dagegen als authentisch?

In ihrem neuen Buch beschreibt Alice Hasters einen medial verstärkten kulturellen Wandel, der nicht zufällig mit einem Aufschwung von Autoritarismus und Faschismus einhergeht. Doch auch diese Systeme brauchen „Opfer“: vermeintlich fragile, verwundbare Figuren, die es zu schützen gilt, um die Politik der Härte zu rechtfertigen – Frauen und Kinder, die „europäische Kultur“ oder der „Wohlstand“.

Mit intellektueller Unruhe und unbeirrter Klarheit benennt Hasters die verheerenden Folgen dieser Politik und stellt ihnen die politische Kraft der Verbundenheit gegenüber.

Das Gespräch wird von Dramaturgin Sabrina Bohl moderiert. Der Erwerb sowie das Signieren des Buches sind im Anschluss an das Gespräch möglich.

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