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Staatstheater Nürnberg - Spielzeitvorschau 2026/27

veröffentlicht am 07.05.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von Manfred Kunz

Theateraufführung

Theateraufführung, Foto © pixabay/TravelCoffeeBook

Mit mehr als 30 Premieren, darunter elf Uraufführungen, fast 80 Konzerten sowie beliebten Repertoire-Produktionen bietet das Staatstheater Nürnberg in der Spielzeit 2026/27 seinem Publikum eine maximale Programmvielfalt. Für das Musiktheater von Bayerns größtem Mehrspartenhaus wird es die letzte reguläre Saison im historischen Opernhaus am Richard-Wagner-Platz sein, bevor 2028 der Umzug in die neue Spielstätte in der Kongresshalle ansteht.

In der Konzertsparte verabschiedet sich Roland Böer als Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Staatsphilharmonie Nürnberg mit der Saison 2026/27 vom
Staatstheater. Er wird vier der insgesamt acht Philharmonischen Konzerte sowie zwei Opern-Neuproduktionen, die Neujahrskonzerte, ein Dreiklang-Konzert und
das Klassik Open Air musikalisch leiten. Das Opernpublikum kann sich zum Saisonstart auf Wagners „Tannhäuser“ in einer Neuinszenierung von Barbora Horáková freuen. Operndirektor Jens-Daniel Herzog bringt die „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss sowie die Uraufführung von Anno Schreiers neuer Oper „Cosa Nostra“ (Premiere 28. Nov.) auf die Bühne. Das neue Werk von Komponist Anno Schreier und Librettist Georg Holzer erzählt vom Kampf der Richter Falcone und Borsellino gegen die sizilianische Mafia und von Menschen, denen Fairness, Recht und Transparenz wichtiger sind als ihr eigenes Überleben. Jan Croonenbroeck, erster Kapellmeister der Staatsphilharmonie Nürnberg, übernimmt die musikalische Leitung. „Der Barbier von Sevilla“ feiert am 4. Juli 2027 in Zusammenarbeit mit dem Theater Basel Premiere. Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan inszeniert erstmalig in Nürnberg und lässt die Hauptfiguren in Rossinis Oper von Puppen verdoppeln. Christopher Schumann übernimmt die musikalische Leitung. Außerdem kommen u.a. die Publikumsrenner „Jesus Christ Superstar“ und „Die Dreigroschenoper“ zurück ins Nürnberger Opernhaus.

Das Schauspiel startet mit Kafkas „Der Prozess“ in die Saison (Premiere 26. Sept.). Laura Linnenbaum inszeniert Franz Kafkas unvollendeten Roman, in dem die Intransparenz und Willkür eines Staates und seiner Bürokratie eindrücklich festgehalten sind. Die zweite Neuproduktion im Schauspielhaus ist das Auftragswerk „Die Erfindung der Schuhe“, eine Komödie von Philipp Löhle über die Gebrüder Dassler; der Autor selbst wird auch die Regie übernehmen (Premiere 22. Okt.). Hausautorin Raphaela Bardutzky steuert „Altbau in zentraler Lage“ zum Premieren-Programm bei. Die Schriftstellerin A. L. Kennedy untersucht im Auftrag des Staatstheaters, was mit einer Gemeinschaft passiert, der systematisch Freiheit, Wahrheit und Wohlstand entzogen werden. Am 12. Febr. 2027 wird „Jenny mit den Eisenzähnen“ im Schauspielhaus uraufgeführt. Marie Bues führt Regie bei dieser schottischen Horrorgeschichte nach einer wahren Begebenheit. Zum Abschluss der kommenden Schauspiel-Saison feiert „Woyzeck“ am 12. Juni 2027 Premiere im Schauspielhaus. Regisseur Stephan Kimmig fragt danach, ob es heute ein neues Ende braucht für Georg Büchners Erzählung vom verarmten Soldaten, der durch Vorgesetzte gedemütigt und für medizinische Experimente missbraucht wird. Außergewöhnliche Formate gibt es auch weiterhin im Extended Reality Theater – XRT zu erleben, darunter drei der insgesamt sieben Schauspiel-Uraufführungen in der Spielzeit 2026/27. Mit Komödien-Hits wie „kurz&nackig“, dem Pop-Abend „Der Ursprung der Liebe“ und Erfolgsproduktionen wie „Kleiner Mann, was nun?“ stehen darüber hinaus viele Repertoire-Lieblinge erneut auf dem Spielplan.

Die Compagnie Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference setzt die mutige Auseinandersetzung mit klassischer Balletttechnik sowie einer radikalen Neuinterpretation des Repertoires in der zweiten Spielzeit von Chefchoreograf Richard Siegal fort. Der Ballettdirektor steuert drei Choreografien zum Saisonprogramm bei, darunter mit „Le bœuf sur le toit“ und „Quodliballett“ zwei Uraufführungen. Eröffnet wird die zweite Saison am 19. Sept. mit „Rausch“, einem Gesamtkunstwerk, in dem sich verschiedene Kunstformen verbinden. Anlässlich des Theaterfests zum Spielzeitbeginn verwandelt sich für „Rausch“ die Opernhausbühne in einen offenen Raum, in dem sich Kunst und Publikum interaktiv begegnen. Ballett, Oper, Orchester, Schauspiel und Chor verschmelzen mit dem Publikum zu einem großen bewegten Ganzen.

Die Theaterpädagogik PLUS unter der Leitung von Anja Sparberg bietet auch in der Spielzeit 2026/27 ein breites Partizipationsangebot an, das alle Sparten miteinander verbindet. Um die tausend Kinder und Jugendliche werden auf den Bühnen des Staatstheaters Nürnberg singen, spielen, tanzen und musizieren. So beschäftigen sich im Projekt „Theater und Geschichte(n)“ Schulklassen gemeinsam mit Dramatiker Thomas Perle mit queerem Leben in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Ergebnisse werden als Lesung und Performance am 10. März in den Kammerspielen präsentiert. Unter dem Titel „Fünf Jahre“ erzählen ukrainische Jugendliche, die vor fünf Jahren ihre Heimat verlassen haben, wie es ihnen seitdem ergangen ist und wie sie in die Zukunft blicken. (Premiere: 3. April, Kamme ...

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