Die Spielzeit 2026/2027 im Stadttheater Fürth
veröffentlicht am 05.05.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von
In der dritten von Intendantin Dr. Silvia Stolz und ihrem Team geplanten Saison 2026/2027 am Stadttheater Fürth darf sich das Publikum auf neun Premieren freuen, darunter zwei Uraufführungen, eine deutschsprachige Erstaufführung, zwei Premieren für ein junges Publikum und mobile Aufführungen. Unter den Premieren sind sechs Eigenproduktionen, eine Koproduktion und zwei Produktionen des Brückenbaus. Mit vielen Gastspielen aus der gesamten deutschen Theaterlandschaft und internationalen Gästen werden in der Spielzeit über 100 verschiedene Produktionen angeboten – damit beinhaltet das Programm alle Genres und auch besondere Kunstformate. In den Eigenproduktionen stehen Figuren in existenziellen Ausnahmesituationen im Zentrum – und erzählen zugleich vom Aufbruch ins Ungewisse. Mit zwei Veranstaltungen startet das Stadttheater thematisch in die neue Spielzeit: Unter dem Titel „Plädoyer für Demokratie und Zuversicht“ hält der Philosoph Peter Sloterdijk am 15. Okt. einen Vortrag mit anschließendem Gespräch mit dem Journalisten und Literaturchef der Wochenzeitung DIE ZEIT, Adam Soboczynski. Peters Sloterdijks Plädoyer für Zuversicht bildet den gedanklichen Auftakt zum Spielzeitmotto. Am Tag darauf, dem 16. Okt., findet als erste große Premiere die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals „Girl from the North Country“ statt. Das Schauspiel mit Musik verbindet eine fesselnde Geschichte mit unvergleichlichen Hits von Bob Dylan: „I Want You“, „Like A Rolling Stone“ oder „Jokerman“.
Die zweite große Premiere im Stadttheater ist der Klassiker „Nora oder Ein Puppenheim“ von Henrik Ibsen (Inszenierung: Krystyn Tuschhoff). Das Stück gehört zu den zentralen Werken der Frauenemanzipation und hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. Im Zentrum steht der Bruch mit bürgerlichen Konventionen und patriarchalen Strukturen – eine Rebellion, die auch heute noch dazu auffordert, unsere modernen Beziehungsmodelle und Rollenbilder kritisch zu hinterfragen. (Premiere: 2. April 2027). Die dritte Premiere im Stadttheater ist die Uraufführung des Musicals „Tanzwut – Der Sommer der Freiheit 1945“ von Thomas Pigor und Thilo Wolf, ein Musical, das in den ersten Monaten nach Kriegsende spielt und geprägt ist von Anarchie und fantasievollen Strategien, um das Nötigste zu sichern. Doch gleichzeitig kehrt in der amerikanischen Besatzungszone die Lebensfreude zurück (Premiere: 29. Mai 2027). Für die Regie zeichnet Christopher Tölle verantwortlich, der sich mit der besonderen Kombination als Regisseur und Choreograf in den letzten Jahren auf deutschsprachigen Bühnen einen Namen machte und als einer der bekanntesten Köpfe der Musicalsparte Deutschlands gilt.
Die Romanadaption „Alte Sorten“ (Inszenierung: Edith Erhardt) nach dem Bestseller von Ewald Arenz berührte hunderttausende Leser*innen. Nun kommt die Geschichte auf die Bühne des Stadttheater Fürth – als eindringliches Kammerspiel über Flucht, Stille und die heilende Kraft der Natur. Das Stück wird ab dem 25. September auf dem Gut Zennholz in Fürth gespielt. Beim Theaterspaziergang „Fädder Gschichdn“ arbeiten erneut mehrere Werkstätten des Brückenbaus
zusammen. Gemeinsam entsteht ein lebendiger Rundgang, der die Vielfalt Fürths beleuchtet und aus den Perspektiven und Talenten der Teilnehmer*innen schöpft – von Fürther*innen für Fürther*innen. Das Weihnachtsmärchen des Jahres ist „Der Lebkuchenmann“ ab 5 Jahren (Inszenierung: Ulrike Müller). David Woods Klassiker, 1976 in England uraufgeführt, feiert in diesem Jahr nicht nur seinen 50. Geburtstag, sondern erzählt mit zeitlosem Witz und schmissigen Songs von echtem Zusammenhalt (Premiere: 29. November 2026).
Namenhafte Bühnen und Schauspielgrößen sind unter den Gastspielen im Genre Schauspiel zu finden. So ist am 17. und 18. Februar 2027 Dominique Horwitz in einer verdichteten Fassung von Johann Wolfgang von Goethes Faust I mit dem Titel „Herr Teufel Faust“ zu sehen. „Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis“ (Manzini-Studien) ist der Titel eines Theaterabends von René Pollesch, einem der prägendsten Theatermacher der letzten Jahrzehnte (7. und 8. April 2027), einer Produktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Das Deutsche Theater Berlin ist am 30. Juni und 1. Juli 2027 mit Molières „Der Menschenfeind“ zu Gast. Maricha Machens und Ulrich Matthes sind in den Hauptrollen der von Anna Lenk inszenierten Produktion zu sehen, die als eine der zehn herausragendsten Inszenierungen des Jahres 2020 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.
Auch in der Spielzeit 2026/2027 werden wieder Tanzkompanien aus der ganzen Welt in Fürth gastieren. Den Anfang macht die Batsheva Dance Company aus Israel mit der Choreografie „Sadeh 21“ von Ohad Naharin (11. – 15. November 2026). „Soul Chain“ von Sharon Eyal ist der Titel der Choreografie, mit der tanzmainz am 28. Januar 2027 zum dann zweiten Besuch ins Stadttheater kommt. Die Sydney Dance Company wird mit „momenta“, einer Choreografie von Rafael Bonachela, vom 3. bis 7. März 2027 zu sehen sein. Marcos Moraus Choreografie „Notte Morricone“, getanzt von CNN/Aterballetto aus Italien, steht vom 12. bis 16. Mai 2027 auf dem Spielplan. Die Compagnie Marie Chouinard aus Kanada zeigt zwei Choreografien ihrer Gründerin und Leiterin, der Tanzik ...