Die englische Songer/Songwriterin Anaïs Oluwatoyin Estelle Marinho besser bekannt als Arlo Parks hatte sich in den letzten zwei Jahren völlig in nächtlichen Welten und Tanzflächen verloren, inspiriert vom queeren Hedonismus des New Yorker „Paradise Garage“, The Streets, Burial, LCD Soundsystem oder auch Theo Parrish. Ihr drittes Album „Ambiguous Desire“ (Transgressive Records) zeigt Parks von ihrer selbstbewusstesten und experimentellsten Seite: Live-Band-Sessions werden durch modulare Synthesizer, Ableton-Plugins und Sampler ersetzt, dazu ihre sehr persönlichen, introspektiven Texte. „Dieses Album dreht sich um das Verlangen. Sehnsucht ist eine Lebenskraft, sie ist ein Wollen, ein Verlangen, ein Antrieb – wir alle leben, weil es etwas oder jemanden gibt, den wir wollen – Sehnsucht ist ein Motor. Aber sie ist auch geheimnisvoll, verworren, zufällig, erleuchtend und menschlich.“ Mit Produzent Baird (Brockhampton, Kevin Abstract) zwischen dem pulsierenden New Yorker Nachtleben und langen, nachdenklichen Tagen in Bairds Loft hat Parks ihren clubtauglichen Singer/Songwriter-Pop zwischen Sehnsucht und energetischer Spannung veredelt. Jürgen Parr