Kinostarts

Rose

veröffentlicht am 16.04.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von DP Redaktion

Rose (Sandra Hüller)

Rose (Sandra Hüller), Foto © Schubert, Row Pictures und Walker + Worm Film, Foto: Gerald Kerkletz

Kinostart: 30.4.; Regie: Markus Schleinzer;
Darsteller: Sandra Hüller, Caro Braun, Godehard Giese u.a.

Sandra Hüller Superstar. Spätestens seit ihren hinreißenden Auftritten in Justine Triets „Anatomie eines Falls“ und in Jonathan Glazers „The Zone of Interest“ – für ersteren erhielt sie eine Oscar-Nominierung – ist die Thüringerin international in aller Munde. Und was macht die Gefeierte? Einfach so weiter wie bisher: nicht nur noch große Hollywood-Auftritte (wie in „Der Astronaut“), sondern vor allem sorgsam ausgesuchte Arthouse-Rollen, etwa in der köstlichen deutsch-deutschen Komödie „Zwei zu Eins“ und jetzt in „Rose“, für den Sandra Hüller jüngst einen Silbernen Berlinale-Bären als Beste Darstellerin einheimste. Namen trägt kaum jemand in dem intensiven Historiendrama „Rose“. Und auch der titelgebende wird verheimlicht. Denn Rose hat schon früh entschieden, als Mann zu leben, weil man mit diesem Geschlecht in quasi jeder Gesellschaft freier leben kann, auch im 17. Jahrhundert.

Gegen Ende des 30-jährigen Krieges taucht ein Soldat in einem kleinen protestantischen Dorf auf, der mit Dokumenten belegen kann, dass er der Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs ist. Der Amtmann (Robert Gwisdek) und der Großbauer (Godehard Giese) lassen ihn gewähren, und schon bald führt sich der Neue gut in die Dorfgemeinschaft ein, auch weil er einen Bären erlegt. Da liegt es doch nahe, ihn zu verheiraten: Suzanna (Caro Braun), die Tochter des Großbauern, soll die Glückliche sein. Doch obwohl sich alles vortrefflich entwickelt, kommt es zur Katastrophe: Der Soldat wird enttarnt als „Land- und Leutebetrügerin, die, obwohl als eine Weibs-Person geboren dem zum Trotz unter falschem Nam als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben“.

In seiner Ästhetik aus gestochen scharfen Schwarzweiß-Bildern, die an Michael Hanekes „Das weiße Band“ erinnern – Regisseur Markus Schleinzer hat mit Haneke gearbeitet –, der wunderbar altmodischen und doch eleganten Sprache auch von der Erzählerin, dem detailgenauen Setting und der Konzentration des Geschehens auf einen Ort und einen überschaubaren Zeitraum wirkt „Rose“ wie aus einem Guss. Es ist eine Wohltat, nicht nur Sandra Hüller, sondern allen Schauspielern bei ihrer konzentrierten Arbeit zuzusehen. Ein meisterlicher Film, dessen Bilder sich einbrennen und der mit seinem Gender-Thema viele aktuelle Bezüge aufweist.
Martin Schwarz

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