Kinostart: 7.5.; Regie: Florian Heinzen-Ziob;
Darsteller: Dr. Nana Maria Grüning, Dr. Maria Hörhold, Prof. Dr. Sebastian Seiffert u.a.
Es muss frustrierend sein. Da arbeitet man seit Jahren als hochqualifizierter Wissenschaftler an den Folgen des Klimawandels und wird trotz eindeutiger Fakten aus allen Bereichen von der Politik zunehmend ignoriert. Denn nur weltumspannende politische Entscheidungen können die heranrückenden Katastrophen – erste Konsequenzen von Dürren bis zu Überschwemmungen sind ja bereits unübersehbar – reduzieren.
Florian Heinzen-Ziob stellt in seinem Dokumentarfilm „Das Gewicht der Welt“ drei Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ins Zentrum: Maria ist Doktorin der Glaziologie und kann in Bremerhaven anhand von Jahrtausende altem Eis aus den Tiefen Grönlands die Veränderungen der CO2-Emissionen messen. Sebastian ist Professor für Physikalische Chemie und setzt sich als überaus eloquenter Redner von Mainz aus in wunderbar plausiblen Vorträgen für ein Umdenken ein. Und die Molekularbiologin Nana hat sich in Berlin der Gruppe „Scientist Rebellion“ angeschlossen, die durch Straßenblockaden und anderen Aktionen auf den Klimawandel aufmerksam machen will und dabei auch Verurteilungen durch die Justiz in Kauf nimmt. Nun sind sich alle drei Aktive darüber im Klaren, dass ihr Engagement nicht die große Veränderung herbeiführen wird. Doch sie tragen nunmal „Das Gewicht der Welt“ auf ihrem Rücken und halten es nicht mehr aus, vom wissenschaftlichen Elfenbeinturm aus Warnungen in den Wind zu rufen – auch fürs eigene Seelenheil engagieren sie sich.
Heinzen-Ziob begleitet die Drei bei ihrer Forschung, bei Vorträgen und Aktionen. Er stellt dabei die alles entscheidende Frage nach Verantwortung. Was kann jeder Einzelne gegen die Veränderungen des Klimas tun? Doch eines ist klar: Rettung kann nur durch politisches Handeln gelingen, und zwar weltweit. Da kann man in diesen Zeiten nur pessimistisch sein.
Martin Schwarz