Genies, Idols, Stars im 19. Jahrhundert
veröffentlicht am 13.04.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von
Matthäus Christoph Hartmann: Der Künstler (Matthäus Christoph Hartmann) mit seinen Söhnen vor der Büste Albrecht Dürers, 1828 (GNM), Foto © Germanisches Nationalmusuem, Georg Janßen
Albrecht Dürer, die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt und die Primaballerina Fanny Elßler, aber auch die Komponisten Richard Wagner und Franz Liszt, nicht zu vergessen der Teufelsgeiger Niccolò Paganini: Sie alle gelangten im 19. Jahrhundert zu internationalem Ruhm. Doch wie entstehen Starruhm und Kult um einzelne Persönlichkeiten? Wer wird zum Star, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Massen eine Person verehren? Und warum wollen Menschen bewundern?
Die Kunstwelt verehrt vor allem eigenwillige Charaktere: Menschen mit einem unkonventionellen Lebenswandel, die als exzentrisch, bisweilen sogar als nah an Wahn und Irrsinn gelten. Eine Sonderausstellung namens "Genie. Idol. Star. Verehrung im 19. Jahrhundert" im Germanischen Nationalmuseum widmet sich ab Donnerstag, 14. Mai dem Beginn des Fanwesens im 19. Jahrhundert. Damals wurden Genies und Idole erstmals im großen Stil zu neuen Helden und Ersatzheiligen stilisiert. Sie waren Rebellen und Neuerer, sie vermochten Identität zu stiften und verkörperten Werte und Sehnsüchte als Reaktion auf Krisen, Ängste und gesellschaftlichen Wandel. Verehrung fand Ausdruck in Bildnissen, Fan-Objekten, Autogrammen, aber auch in Vereinsgründungen und auch damals schon in hysterischen Ausbrüchen und Ohnmachtsanfällen bei Konzerten. Anhand von knapp 200 Werken – Gemälden, Zeichnungen, aber auch Alltagsgegenständen und Erinnerungsstücken – geht die Sonderausstellung der Entwicklung des Genie- und Starkults im 19. Jahrhundert nach.