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Erlangen Dreikönigstraße –

Wo Vergangenheit Raum bekommt und Zukunft entsteht!

veröffentlicht am 26.03.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

South Station

South Station, Foto © pixaby_Ludo-Photo

Mitten im barocken Stadtgrundriss Erlangens liegt ein Gebäude, das mehr erlebt hat als viele Orte der Stadt. Die Dreikönigstraße 1 und 3 ist kein gewöhnliches Haus – sie ist gebaute Stadtgeschichte. Ende des 17. Jahrhunderts errichtet, als Erlangen sich als Planstadt neu ordnete, fiel das Gebäude aus dem Raster: Es erstreckt sich über zwei Grundstücke und hebt sich deutlich aus der kleinteiligen Struktur seiner Umgebung heraus. Vieles spricht dafür, dass hier früh gewerblich gearbeitet wurde.

Im 19. Jahrhundert wandelte sich die Nutzung grundlegend. Das Haus wurde zum religiösen Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde Erlangens. Gebet, Gemeinschaft und Alltag verdichteten sich hier – bis Verfolgung und die erzwungene Aufgabe im Nationalsozialismus diese Kontinuität jäh beendeten.

Auch nach 1945 blieb das Gebäude ein Ort des Wandels. Neue Funktionen hielten Einzug, der Innenhof wurde überbaut, Behörden nutzten das Areal über Jahrzehnte. Mit deren Auszug verlor der Ort seine Funktion – und gewann die Chance auf einen Neuanfang. Heute wird das Ensemble mit Respekt vor seiner Geschichte neu gedacht. Der Altbau wird sorgfältig transformiert: Proportionen, Strukturen und prägende Details bleiben erhalten, während zeitgemäße Wohn- und Arbeitsräume entstehen. Rekonstruierte Fassadenelemente und neue Akzente im Dachbereich greifen die historische Sprache auf, ohne sie zu imitieren.

Im rückwärtigen Bereich ergänzt ein moderner Neubau das Ensemble. Offen gestaltet, von Grünflächen durchzogen und um einen ruhigen Innenhof gruppiert, entsteht ein Gegenpol zum historischen Bestand. Technisch entspricht das Quartier hohen Ansprüchen: nachhaltige Energieversorgung, hochwertige Materialien und durchdachte Grundrisse schaffen Qualität im Alltag. So entsteht ein Ort mit Tiefe – ein Weitererzählen von Geschichte.

Dreikönigstraße Erlangen – gewachsen, geprägt, weitergedacht.

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