Ausstellungen

Max Beckmann und Armand Besch

veröffentlicht am 26.03.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von DP Redaktion

Max Beckmann: „Selbst im Hotel“, 1922 Bl. I aus Mappe „Berliner Reise“, Lithographie, 44,5 x 32 cm

Max Beckmann: „Selbst im Hotel“, 1922 Bl. I aus Mappe „Berliner Reise“, Lithographie, 44,5 x 32 cm, Foto © Max Beckmann

Zwei Künstler, zwei Medien – ein gemeinsamer Blick auf eine Epoche der Erschütterungen. Mit der Ausstellung „AugenZeugen mit Stift und Kamera – Max Beckmann und Armand Besch“ eröffnete das Kunstmuseum Bayreuth am 1. März einen spannungsreichen Dialog zwischen Grafik und Fotografie. Bis zum 4. Oktober treten zwei künstlerische Positionen in Beziehung, die die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts mit wachem, bisweilen unerbittlichem Blick festhielten.
Die präsentierten Arbeiten Max Beckmanns stammen vollständig aus der Kunststiftung Dr. Helmut und Constanze Meyer und damit aus dem Bestand des Museums. Mappenwerke wie „Gesichter“, „Berliner Reise“ und „Jahrmarkt“ aus den 1920er- und 1930er-Jahren zeigen Beckmann als scharfen Chronisten der Weimarer Republik. Mit beißender Ironie und existenzieller Zuspitzung entlarvt er Rollenspiele, Maskeraden und soziale Spannungen seiner Zeit. Seine Figuren wirken überzeichnet und zugleich zutiefst menschlich – Momentaufnahmen zwischen Theater und Realität. Mit der Mappe „Day and Dream“ von 1946 erweitert sich der Blick auf Beckmanns amerikanisches Exil. Entstanden im Auftrag des New Yorker Kunsthändlers Curt Valentin, richtet sich die Folge an ein neues Publikum und reflektiert die Erfahrung von Fremdheit und Neubeginn. Hier wird die persönliche Biografie untrennbar mit den globalen Verschiebungen der Nachkriegszeit verknüpft.
Armand Besch, Zeitgenosse Beckmanns, wählte die Kamera als Instrument der Beobachtung. Mit präzisem Gespür für Komposition und Atmosphäre dokumentierte er Straßenszenen in Metropolen wie Berlin und Paris ebenso wie Szenen des Landlebens. Seine Fotografien sind mehr als sachliche Dokumente: Sie zeigen eine stille Aufmerksamkeit für Details des Alltags, für Gesten, Blicke und beiläufige Konstellationen.

Die Ausstellung macht deutlich, wie unterschiedlich Stift und Kamera gesellschaftliche Wirklichkeit erfassen – und wie nah sie sich im Anspruch des genauen Hinsehens sind. Beckmanns expressive Verdichtung und Beschs fotografische Präzision begegnen sich als zwei Formen künstlerischer Zeugenschaft. Beide zeigen, dass Kunst nicht nur abbildet, sondern kommentiert, hinterfragt und Erinnerung formt.

Passende Termine

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„Les Ballets actuels“, Choreographien von Richard Siegal, Kirsten Wicklund u. Justin Peck

17.10., 19:30 Uhr

Opernhaus, 90443 Nürnberg

Oper & Operette

„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“, von Richard Wagner

18.10., 15:30 Uhr

Opernhaus, 90443 Nürnberg

Oper & Operette

Theater Pforzheim: "Carmen", Opéra-Comique von Georges Bizet

27.10., 19:30 Uhr

Stadttheater Fürth, 90762 Fürth

Oper & Operette

„Ein Fall für Figaro“, Musikalische Komödie nach Gioacchino Rossini

06.11., 18:00 Uhr

Opernhaus, 90443 Nürnberg

Mit „Ein Fall für Figaro“ vervollständigt die Nürnberger Oper ihr Angebot: Das neue Format richtet sich an Familien, Opernneulinge und Jugendliche, die Lust haben, Rossinis

Gesellschaft

"100﬩ Synagogen in Deutschland - Eine Reise durch Jahrhunderte jüdischer Kultur", Ausstellung von von Alex Jacobwitz

bis 01.11.2026

Jüdisches Museum, 91220 Schnaittach

Die Ausstellung „100﬩ Synagogen in Deutschland“ zeigt, wie lebendig das jüdische Erbe heute wieder ist. Sie präsentiert über Jahrhunderte erhaltene Gebetshäuser, Synagogen, die neue Bedeutungen fanden

Fotografie

„Die neue Dramaturgie des Essens: Gestaltung jenseits des Tellers“

bis 10.01.2027

Porzellanikon , 95691 Hohenberg a.d. Eger

Gesellschaft

"Und wenn alles besser wäre... Eine Geschichte der Nürnberger Utopien", Gemälde, Plakate, Modelle u.a.

bis 18.10.2026

Stadtmuseum Fembohaus, 90403 Nürnberg

Hier sehen Sie zwei Besucher in einem dunklen Ausstellungsraum

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"Tunnel", über Tunnelbau und akt. Mega-Projekte

bis 01.12.2026

DB Museum, 90443 Nürnberg

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