CD

DJ Harrison

veröffentlicht am 16.02.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min.

DJ Harrison - ElectroSoul

DJ Harrison - ElectroSoul, Foto © Stones Throw Music

Als DJ Harrison alias Devonne Harris ins Krankenhaus eingeliefert wurde, saß er dort für längere Zeit fest. Er konnte nur daran denken, welche Musik er machen würde, wenn er entlassen würde. Sobald er nach Hause kam, startete er „ElectroSoul“ (Stones Throw Records). Die Texte und Melodien sprudelten nur so aus ihm heraus, getrieben von Intuition, nicht von Planung oder Ehrgeiz. Er schrieb „NeverFold“ als Mantra, um „die Dinge im Griff zu behalten“; „Can’t Go Back“ blickt in eine bessere Zukunft, und „Recycled“ symbolisiert das Erwachen neuer Energie. Zunächst arbeitete Devonne allein, dann mit Musikern aus seiner Community in Richmond, Virginia, wie Yaya Bey, Pink Siifu und Kiefer, dazu die britische Neo-Soul-Sängerin Yazmin Lacey. Die Songs spiegeln die Höhen und Tiefen seiner Heilung wider. Es gibt kraftvolle Hip-Hop-Tracks mit Fly Anakin und Pink Siifu, vokalgeprägte Beats mit Angélic Garcia und Yaya Bey sowie melancholische Balladen mit Yazmin Lacey und Nigel Hall. Zentrale Determinante ist seine Heimatstadt Richmond, er lässt deren Geschichte, Kultur, Menschen und Natur in seine Musik einfließen, vieles ist von seiner Familie inspiriert, „dem Grund, warum ich Musik mache“: So thematisiert „Tales from the Old Dominion“ die Spannung eines schwarzen Künstlers im ehemaligen Zentrum des Sklavenhandels der USA. „ElectroSoul spiegelt meine Stadt, meine Familie und meine Erziehung wider“, sagt Devonne. „Wenn ich in mich hineinhöre, ist das mein Kern, das macht mich aus.“ So ist ElectroSoul eine komplexe, sophisticated Genre-Reise aus gefühlvollem R&B, fettem Funk, jazzoider Fusion, Lo-Fi HipHop, Rock und Electronic Soul mit Botschaft geworden.
Jürgen Parr

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