Für einen Gelbgummibestiefelten holländischen Lockenkopf hat es Benny Sings groovemäßig ganz fett drauf – und das zeigt er lässig auf dem funkig-souligen, Retro-Yacht-rockigen Soft-Entspannt-Pop „Beat Tape III“ (Stones Throw Records), einer Sammlung von Songs, die nicht so recht in seine traditionellen Studioalben passen. Benny dazu: „Es wird viel Musik gemacht, die nicht veröffentlicht wird, aber das bedeutet nicht, dass sie es nicht wert ist, gehört zu werden. Das gibt mir die Möglichkeit, Songs zu teilen, die es nicht auf das Album geschafft haben, aber dennoch ihre eigene Magie und eine gewisse Freiheit an sich haben. Keine großen Ambitionen. Kein Druck. Nur Sound, Gefühl und meine Art zu arbeiten.“ So ist „Beat Tape III“ eine Zusammenstellung von zufälligen Sessions und seltenen Kollaborationen, jeder Track mit seiner eigenen Geschichte: eine Jam-Session mit Jacob Jeffries von Vulfpeck in Amsterdam, ein Demo mit dem Grammy-nominierten Leven Kali oder ein Track, der mit Kelsey González von The Free Nationals aufgenommen wurde. Mehr als nur Outtakes, sondern Momente der Menschen und Situationen, die Bennys Musik prägen – wie das flockig-beschwingte „Simple Life“. „Ich bin in letzter Zeit voll und ganz in mein Familienleben eingetaucht“, erklärt Benny. „Die neue Musik dreht sich genau darum, um mein Erwachsenenleben als ganz normaler Mensch“.
Jürgen Parr