Der Ostberliner Moritz Friedrich treibt schon seit Jahren als Siriusmo zwischen Techno, Elektro und üppigen Samples sein hyperaktives, verspielt-durchgeknalltes Electroblubber-Deep-Funk-Unwesen. Sein viertes Album „Buletten & Blumen“ (Monkeytown) bietet feingewirkte Synthi-Basteleien zwischen Funk, Hip-Hop, Old School, House, Disco, Electronica, Soundtrack-Vibes und spielerischen Genre-Experimenten. Lässig schlendert er durch verschiedene Musikstile, greift sie auf und entwickelt sie neu, dabei wackelt er zwischen Ironie, Melancholie und Absurdität entlang - getreu dem Einstiegstrack „That Could Function As A Song“ hält er das Prinzip über 16 retroheimelige Synthwave-Stücke auch smart durch. „Ich bin eine ganze Band. Niemand beherrscht sein Instrument perfekt, aber jeder tut so - immer in der Angst, dass es die anderen merken.“ Maximale Zuckerstücke sind natürlich „Lehm“, auf dem das Hamburger Multitalent- und Melodica-Freund Erobique werkelt und Dana die Zeilen aus Claire Waldoffs Berliner Klassiker „Wer schmeißt denn da mit Lehm?“ Nina Hagen-schnoddrig neu interpretiert, oder der lässige Schräg-Tanzfeger „Ok So“.
Jürgen Parr