Für seinen starken Comic-Roman Elch (Reprodukt, € 20) über Mobbing nutzt der Spanier Max de Radiguès („Bastard“) das ländliche Kanada als verschneite Kulisse. Seine gewohnt reduzierte Visualisierung ist perfekt – über das krasse Ende muss man aber schon diskutieren.
Bei Der Schnee war schmutzig (Carlsen, € 24) von Fromental und Yslaire handelt es sich um eine Adaption von Georges Simenons Roman aus dem Jahr 1948. Wir folgen dem skrupellosen Sohn einer Bordellbesitzerin durch eine besetzte Stadt. Auch im Comic ist das herber Stoff, der zugleich verstört und fasziniert.
Seit 2021 realisieren Martin Quenehen und Bastien Vivès eine moderne Variante von Hugo Pratts Klassiker Corto Maltese. Im dritten Album Der gestrige Tag (Schreiber & Leser, € 24,80) kriegt es der Abenteurer mit Öko-Terroristen und modernem Imperialismus zu tun. Ein überraschend andersartiger Corto, der gut unterhält.
Mit Spirou und Fantasio Spezial 44: Der Schatz von San Inferno (Carlsen, € 12) legt Tausendsassa Lewis Trondheim eine ordentliche Hommage an den ikonischen Pagen und sogar das Marsupilami vor – die er direkt in die Wüste schickt. Unterstützt wird Trondheim vom zeichnenden Rückkehrer Fabrice Tarrin, der für einen klassischen Look sorgt.
Christian Endres