Monsieur Robert kennt kein Pardon - Roberts Mutter (Isabelle Nanty) und Monsieur Robert (Christian Clavier), Foto © Happy Entertainment
Kinostart: 5.3. Regie: François Martin-Laval;
Darsteller: Christain Clavier, Isabelle Nanty, Roby Schinasi u.a.
Mit seiner überdrehten Art, der variablen Mimik und den mitunter wenig feinfühligen Scherzen erinnert Christian Clavier an den legendären Filmkomiker Louis de Funès („Nein! Doch! Oooh!“). So war Clavier nicht nur als Asterix bestens besetzt, sondern auch ein formidabler Monsieur Claude. Auch in seinen letzten Filmen „Oh la la – Wer ahnt den sowas“ und „Voilà Papa“ blieb sich der französische Komiker treu und spielte den etwas tumben Patriarchen mit einem Gespür für Fettnäpfchen.
Sein neuester Part ist nun etwas anders angelegt: In „Monsieur Robert kennt kein Pardon“, der bereits vor den beiden oben genannten Filmen gedreht wurde, hat er zur Abwechslung die Sympathien auf seiner Seite. Er spielt den Lehrer Robert Poutifard, der sich nun, seitdem er in Pension ist, daran macht, seinen perfiden Racheplan in die Tat umzusetzen: Er will sich an jenen vier Schülern rächen, die ihm das Leben zur Hölle gemacht haben und sogar verhinderten, dass Robert mit der Liebe seines Lebens zusammenkommen konnte. Und der Zuschauer darf feststellen: Bei den Vieren handelt es sich als Schüler und als Erwachsene um ausgewiesene Unsympathen, die mittlerweile Karriere gemacht haben. Erstes Opfer: Chefkoch Anthony (Roby Schinasi), ihm will Robert die Drei-Sterne-Suppe gehörig versalzen. Zweiter Streich: Die populären Influencer-Zwillinge Camille (Salomé Partouche) und Mélanie (Noémie Chicheportiche) müssen in aller Öffentlichkeit bloßgestellt werden. Unterstützung erhält Robert von seiner überraschend agilen Mutter (Isabelle Nanty spielte seinerzeit die Tabakverkäuferin in „Die fabelhafte Welt der Amélie“), die besonders perfide Einfälle hat. Doch beim vierten Opfer, der Pop-Sängerin Audrey (Kézia Quental), kommen Mutter und Sohn Skrupel.
Und das ist auch gut so, denn irgendwie muss diese Screwballkomödie ja die Kurve Richtung Läuterung bekommen. Regisseur und Ko-Autor Pierre François Martin-Laval legt viel Tempo in seine Inszenierung und eröffnet Christian Clavier ein Tableau, das der Vollblutkomiker zu nutzen weiß. Von „tiefschürfend“ ist dieser mitunter etwas alberne Spaß aber weit entfernt.
Martin Schwarz