Kinostart: 12.3. Regie: Norbert Lechner;
Darsteller: Silas John, Annika Benzin, Maximilian Reinwald u.a.
Karli (Silas John) ist mit seinen Eltern in die österreichischen Alpen umgezogen, sie wollen dort ein altes Hotel auf Vordermann bringen. Dann entdeckt der Junge etwas äußerst Ungewöhnliches: Er kann mit einem alten Fahrstuhl ins Jahr 1938 zurückreisen! Damals ist das Grand Hotel ein mondäner Ort mit betuchten Gästen, unter denen sich auch Nazis befinden. Ganz schlimm: das faschistische Ehepaar mit seinen beiden stramm erzogenen Buben Hermann und Heinrich. Mit seinen zwölf Jahren weiß Karli noch nicht viel über die Zeit des Nationalsozialismus und geht entsprechend blauäugig in manche Situation. Er lernt das wohlerzogene jüdische Mädchen Hannah (Annika Benzin) und den freundlichen kleinen Schuhputzer Georg (Maximilian Reinwald) kennen und freundet sich mit beiden an. Doch dann wird ausgerechnet Georg als Dieb beschuldigt, der freundliche Barpianist Bruno scheint in die Sache verwickelt zu sein. Hannah und Karli machen sich daran, den wahren Täter zu finden, ihnen im Nacken: die beiden Jungnazis Hermann und Heinrich. Und allmählich begreift der Junge aus dem Heute, wie gefährlich die Situation für die Jüdin Hannah und ihren Vater im Jahr 1938 ist.
Regisseur und Produzent Norbert Lechner ist Spezialist für Kinderfilme. Das merkt man, denn er weiß, dass es bei Kinderfilmen nicht immer krachen muss, sondern dass die jungen Kinogänger auch bei einer ruhigeren Inszenierung bei der Stange bleiben, so denn die Geschichte spannend ist. Und das ist sie, auch in der hier präsentierten, eher zurückhaltenden Inszenierung. So wird auf kluge und überhaupt nicht didaktische Weise und mit überzeugenden kleinen Schauspielern den jungen Zuschauern nahegebracht, wie schlimm die Zeit zwischen 1933 und 1945 wirklich war. Und Karli ist natürlich eine ideale Identifikationsfigur.
Martin Schwarz