Film

Pillion

veröffentlicht am 15.02.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min.

Pillion: Colin (Harry Melling) und Ray (Alexander Skarsgård)

Pillion: Colin (Harry Melling) und Ray (Alexander Skarsgård), Foto © Element Pictures PLN-Limited, British-Broadcasting-Corporation and The-British-Filminstitute 2025

Kinostart: 26.3. Regie: Harry Lighton;
Darsteller: Harry Melling, Alexander Skarsgård; Douglas Hodge, Lesley Sharp

Ein Film wie ein schwuler Comic von Ralf König. Der schmächtige Strafzettelschreiber Colin (Harry Melling aus „Harry Potter“) entdeckt im Pub den überaus attraktiven Biker Ray (Alexander Skarsgård). Was nach einem Flirt ohne Chancen aussieht, entwickelt sich überraschend zu einer ziemlich besten Freundschaft der etwas ungewöhnlichen Art. Die Rollen in der Sadomaso-Beziehung sind klar verteilt. Ray macht die Ansagen. Colin erfüllt alle Wünsche mit Begeisterung: je erniedrigender, desto lieber. Doch plötzlich probt der Sklave den Aufstand, und die Beziehungskarten werden neu gemischt. Basierend auf dem preisgekrönten Roman „Box Hill“ von Adam Mars-Jones gelingt dem 33-jährigen Briten Harry Lighton ein erfrischend lässiges Kinodebüt der unkonventionellen Art. Im Unterschied zum lustlosen Hollywood-Plunder „Fifty Shades of Grey”, präsentiert diese kleine Indie-Produktion einen ebenso unverkrampften wie amüsanten Blick in die Sadomaso-Welten. Freizügige Sex-Sequenzen gehören zum konsequenten Konzept. Sei es der erotische Ringkampf der ungleichen Partner oder eine Open-Air-Orgie der Motorrad-Gang. Macho-Mime Alexander Skarsgård beschreibt die DomCom augenzwinkernd mit den drei Worten „Gleitgel, Schweiß und Leder“. Humor hat auch der Regisseur, der mit gut dosierter Situationskomik für die notwendige Leichtigkeit sorgt. Schließlich geht es bei diesen existenziellen Liebesfragen um das Machtgefüge einer Beziehung, um den schmalen Grat zwischen Hingabe und Selbstzweifel. Mit „Harry Potter“-Mime Harry Melling und „Legend of Tarzan“-Darsteller Alexander Skarsgård ist die perfekte Besetzung für ein ungleiches Liebespaar gefunden. Zwischen diesen beiden stimmt die Chemie spürbar gut. Den Namen des talentierten Regisseurs sollte man sich merken. Das ist keine allzu schwere Übung: Harry Lighton klingt schließlich wie eine Figur aus James Bond. Seine Absichten: „Make you laugh, make you think, make you feel and make you horny!”. Klingt wie Ralf König!

Dieter Oßwald

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