Film

Marty Supreme

veröffentlicht am 15.02.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min.

Filmprojektor

Filmprojektor, Foto © pixabay

Kinostart: 26.2. Regie: Josh Safdie;
Darsteller: Timothée Chalamet,
Gwyneth Paltrow, Abel Ferrara, Fran Dresche

Hollywood-Darling Timothée Chalamet hat nach seinem oscar-nominierten Auftritt als Bob Dylan Lust auf Kotzbrocken. Als Marty Mauser gibt er im New York der 50er Jahre einen ehrgeizigen Tischtennisspieler, der unbedingt berühmt werden will. Die Wege zum Ruhm erweisen sich als reichlich holprig. Der hyperaktive Held mit flaumigem Oberlippen-Bärtchen und großer Brille lässt sich nicht erschüttern, er setzt auf Deals und zeigt wenig Skrupel: Make Marty great again! Auch ohne Geld logiert er in der Royal Suite des Ritz. Geschickt beschwatzt er einen reichen Füllerfabrikanten, ihn als Sportler zu sponsern. Dessen frustrierte Gattin, einst ein Stummfilm-Star, erobert er als persönliche Siegestrophäe ganz nebenbei. Die Regiebrüder Safdie avancierten mit den Krimis „Good Time“ und „Der schwarze Diamant“ zu Lieblingen des Arthaus-Kinos. Auch im kreativen Alleingang kann Josh seinen Coolness-Status souverän ausbauen. Seine Story vom zwielichtigen Gernegroß überzeugt mit schrägen Ideen, schrulligen Figuren sowie schnellem Tempo. Zum Vorspann schwimmen Spermien zu den Klängen von „Forever Young“ von Alphaville. Atemlos durch Tag und Nacht hechelt Chalamet fortan dem Glück hinterher. An Erniedrigungen herrscht keine Mangel. Als Werbefigur muss er gegen eine Robbe beim Tischtennis antreten. Samt Badewanne fällt er durch die Decke im Billighotel und landet nackt neben einem grantigen Hundbesitzer, gespielt von Abel Ferrara. Mit einem Tischtennisschläger muss er sich den nackten Hintern versohlen lassen und last not least soll er noch ein Schwein küssen. Chalamet macht die Underdog-Nummer sichtlich Spaß. In fast jeder Szene des 149-minütigen Dramas ist er leinwandpräsent und gibt dem Affen gehörig Zucker. Regisseur Safdie setzt gleichfalls auf Speed bei Dramaturgie und Handkamera. Zum Pingpong-Finale präsentiert Charmeur Chalamet einen Auftritt mit Klassikerpotenzial - wie einst in der Pfirsich-Sequenz in „Call Me By Your Name“.

Dieter Oßwald

Passende Termine

Schlagworte:

Ähnliche Artikel:

CD

Die Toten Hosen

Wahrscheinlich geht es nur um die Rente mit 63. Bevor die wieder abgeschafft wird, dachte sich Andreas „Campino“ Frege, nehme ich noch ein allerletztes Album auf: Die Toten Hosen und ihr l

CD

Gelli Haha

Wer auf quietschbunten (mit Primärfarbe Rot) lärmenden Electropop zwischen Psychedelic Punk und Indie Rock steht, ist bei Angel Abaya aka Gelli Haha genau richtig. Ihr heftig Synthesizer-gru

CD

Brother Wallace

Der in Georgia aufgewachsene Sänger, Pianist und Soul-Revivalist taucht auf seinem Debüt „Electric Love“ (ATO Records/PIAS) leidenschaftlich ab in Gospel-grundierten Vintage-Soul

CD

Uli Tsitsos

Lange Wanderungen auf der Kanareninsel La Gomera waren Inspiration für das neue Album „El Gomerón“ (Gänseblümchen Tonträger/MusicHub) des Nürnberger Stilver

Film

SommerNachtFilmFestival

Das SommerNachtFilmFestival (SNFF) lädt Filmbegeisterte auch 2025 wieder zu unvergesslichen Open-Air-Kinoerlebnissen ein. Vom 5. bis 30. August verwandeln sich diverse, teils überraschende S

Sie sehen hier eine Rolle mit Eintrittskarten für das Kino

Film

Sandstrand-Kino am CINECITTA‘

Filme genießen mit den Füßen im Sand: Im Sommer wird das Open Air Kino der Cinecitta zum Film-Strand! Hier lassen sich Filme in den Sommernächten nicht nur unterm Sternenhimmel,

Film

The Piano Tuner

Kinostart: 2.7.; Regie: Daniel Roher; Darsteller: Leo Woodall, Dustin Hoffman, Havana Rose Liu u.a.Der Junge startet gerade richtig durch. Nach einigen Serienerfolgen war der 29-jährige Brite Leo

Film

Filmhaus Nürnberg

Der Sommer ist da – und das Filmhaus Nürnberg bietet ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein in kühlen Kinosälen. Die Nürnberger Kinderfilmtage Little