Film

Father Mother Sister Brother

veröffentlicht am 15.02.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min.

Father Mother Sister Brother - Charlotte Rampling spielt die unnahbare  Mutter

Father Mother Sister Brother - Charlotte Rampling spielt die unnahbare Mutter, Foto © Vague Notion 2024 Photo Yorick Le Saux

Kinostart: 26.2. Regie: Jim Jarmusch;
Darsteller: Vicky Krieps, Adam Driver, Tom Waits, Cate Blanchett

Wenn schon Entschleunigung, dann volle Pulle! Jim Jarmusch kann es sich leisten. Als Maestro der Coolness muss er sich nichts mehr beweisen. Für so viel Lässigkeit bekam die 72-jährige Indie-Ikone in Cannes die Goldene Palme. In diesem Spätwerk gibt es gleich drei Filme zum Preis von einem. Erzählt wird von den Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren Eltern. „Familie kann man sich nicht aussuchen“, sagt Jeff (Adam Driver) in der Episode „Father“ programmatisch zu seiner Schwester Emily (Mayim Bialik) auf der Fahrt zum Vater (Tom Waits). Die Binsenweisheit bestätigt sich gleich nach der Ankunft. Der verwitwete Alte lebt in einer heruntergekommenen Hütte. Viel zu sagen hat man sich nicht, verlegene Pausen bestimmen das Gespräch über Banalitäten. Das Segment „Mother“ spielt in Dublin. Alle Jahre wieder besuchen die Schwestern Timothea (Cate Blanchett) und Lilith (Vicky Krieps) ihre rechthaberische Mutter (Charlotte Rampling) zum Tee. „Kein Handy am Tisch!“, ermahnt die Frau Mama. Es folgt viel Abwarten beim Teetrinken, auch hier gerät der Small Talk chronisch ins Stocken. Im dritten Streich treffen sich die Zwillinge Skye (Indya Moore) und Billy (Luka Sabbat) in der Pariser Wohnung ihrer Eltern, die bei einem Unglück ums Leben gekommen sind. Beim Ausräumen finden sie alte Fotos und erkennen, wie wenig sie übereinander gewusst haben. Um die textlastigen Kammerspiele aufzulockern, werden unangestrengt amüsante Running Gags einstreut. Immer wieder rauschen Skater grundlos durchs Bild. Wasser spielt eine besondere Rolle. Last not least gibt es die schönsten Kaffeetafeln in Draufsicht zu bewundern. Dem hochkarätigen Ensemble macht diese Charakterstudie mit ihren unbeholfenen Dialogen sichtlich Spaß. Wer braucht schon Action, wenn er leisen Humor der lakonischen Art zelebrieren darf! Einmal wird der Groucho Marx-Spruch zitiert: „Was immer es ist: Ich bin dagegen!“. Das gilt kaum für diese cineastische Familienaufstellung der völlig entschleunigten Art.

Dieter Oßwald

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