Albrecht Dürer, Rhinocerus, 1515,, Foto © Otto Schäfer Stiftung der Stadt Schweinfurt, Foto: SKF-Fotokreis
Der über Jahrhunderte andauernde, länderübergreifende Ruhm von Albrecht Dürer gründet vor allem auf seinem druckgraphischen Werk. Kupferstiche und Holzschnitte machten ihn europaweit bekannt und zu einem der ersten Künstler mit internationaler Ausstrahlung. Zu den Schlüsselwerken zählen die Meisterstiche „Melancholia I“, „Ritter, Tod und Teufel“ und „Der heilige Hieronymus im Gehäus“ sowie die Folgen zur Apokalypse, zum Leben Christi und zur Marienvita. Technische Virtuosität, geistige Tiefe und ein neues künstlerisches Selbstverständnis verbinden sich hier exemplarisch.
Die Ausstellung „DRUCKREIF“ im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt richtet den Blick auf Dürers gesamtes druckgraphisches Œuvre. Die Sammlung Otto Schäfer besitzt einen nahezu vollständigen Bestand und ermöglicht einen umfassenden Überblick – von frühen Experimenten bis zu reifen Hauptwerken. Zugleich wird Dürer als strategisch denkender Künstler und Unternehmer sichtbar: Mit Monogramm, kontrollierten Auflagen und gezieltem Vertrieb schuf er ein modernes Künstlerimage.
Diese Erfolgsgeschichte endet nicht mit Dürers Tod im Jahr 1528. Besonders im 19. Jahrhundert wurde er zu einer nationalen Leitfigur erhoben, sein Werk zum Maßstab künstlerischer Qualität und moralischer Integrität erklärt. Um diese Rezeptionsgeschichte sichtbar zu machen, werden den Arbeiten Dürers Werke aus der Sammlung Georg Schäfer gegenübergestellt. Gemälde und Zeichnungen von Künstlern wie Joseph von Führich, Julius Schnorr von Carolsfeld, Adolph von Menzel oder Lovis Corinth belegen die intensive Auseinandersetzung mit Dürer zwischen Romantik, Historismus und beginnender Moderne.