Film

Electric Child

veröffentlicht am 15.07.2025 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Vroni Sterner

Electric Child

Electric Child, Foto © 8horses / Port au Prince Pictures

Kinostart: 21.8.; Regie: Simon Jaquemet, Darsteller: Elliott Crosset Hove, Rila Fukushima, João Nunes Monteiro u.a.

Die Menschheitsgeschichte hat uns eines gelehrt: Was der Mensch erschaffen kann, das wird er auch erschaffen, im Guten wie im Schlimmen. Vom Rad zum Penicillin, vom Napalm zur Atomspaltung. Womit wir bei der Künstlichen Intelligenz (KI) wären. Ob die nun gut oder schlimm ist, ist noch nicht eindeutig geklärt, vermutlich beides. Aber sie birgt enorme Risiken und bedarf exakter Kontrolle. Akiko (Rila Fukushima) und Sonny (Elliott Crosset Hove) sind ein glückliches Paar in der Schweiz – bis bei ihrem neugeborenen Kind ein genetischer Defekt entdeckt wird, Überlebensdauer laut der ärztlichen Diagnose: maximal ein Jahr. Sonny ist ein talentierter Wissenschaftler, der in einem High-Tech-Labor unter streng hermetisch abgeschirmten Bedingungen an einer KI forscht, die exponentiell dazulernt. Da liegt bald der Gedanke nahe: Könnte dieses sich immer weiter entwickelte Supergehirn eine Rettung für das Baby entwickeln? Dazu müsste es aber „freigelassen“ werden, also Zugriff auf das Internet bekommen. Mit welchen Konsequenzen? Der Schweizer Autor, Produzent und Regisseur Simon Jaquemet stellt seine Hauptfigur vor dieses fundamentale Dilemma. Wobei der von Elliott Crosset Hove mit vielen Nuancen gespielte Wissenschaftler anfangs so gar nichts von einem „Mad Scientist“ hat. Er ist ein sensibler Mann, der sich liebevoll um Frau und Kind kümmert, aber mit dem verschlechternden Zustand des Säuglings immer mehr zweifelt, was das Richtige ist. Jaquemet findet einen klugen Kniff, um die KI zu visualisieren: Sie wird personifiziert durch einen Jungen auf einer einsamen, ihm feindlich gesonnenen Insel, der ständig dazulernt und sich so behaupten kann. So stellt der kluge Film fundamentale Fragen nach der Verantwortung der Wissenschaft und jener von Eltern, nach Liebe ohne Grenzen und Verlust.
Martin Schwarz

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