Theater

Lennart Schilgen

veröffentlicht am 02.02.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Manfred Kunz

Lennart Schilgen

Lennart Schilgen, Foto © Marvin Ruppert

Lennart Schilgen – Abwesenheitsnotizen. Lieder & Gedichte

Ständig erreichbar sein? Das war gestern. Mit seinem dritten Programm meldet sich Lennart Schilgen zurück – und glänzt dabei durch Abwesenheit. Zwischen Konzerttouren und dem Einheimsen zahlreicher Kleinkunstpreise wie dem Prix Pantheon oder dem Stuttgarter Besen, nimmt er sich vor allem eines: Auszeiten. Mal geht es auf Radtour, mal ins Kloster oder in ein kommunistisches Sommercamp – oder einfach nur in die Untiefen seiner Gedanken. Und das ist oft abenteuerlich genug.

Aus diesen Ab- und Umwegen seiner Welt und seines Kopfes sind Lieder entstanden, die mit Leichtigkeit und Witz glänzen, aber auch keinen Blick auf die dunkleren Ecken scheuen. Dabei holt Schilgen manches hervor, das lange unter dem Teppich lag: die alte PUR-Kassette, Grundschulzeugnisse oder die Geschichte von der Nachtbushaltestelle. Seine versierte Begleitung auf Klavier und Gitarre, gepaart mit einer Stimme voller Herz und Humor, führen sicher über jeden gedanklichen Abgrund. So urteilte auch die Jury bei der "Tuttlinger Krähe": ein wacher Geist mit hinterhältigen Pointen.

Doch was, wenn die Lieder einmal nicht genügen? Dann gibt es seine Gedichte – kleine sprachliche Wundertüten, tiefgründig albern und zugleich kunstvoll. Die kürzlich erschienenen "Gesammelten Werke" sind in Lyrikband-Maßstäben bereits zu einem Bestseller avanciert und zeigen Schilgens Meisterschaft im Umgang mit Worten.

Neugierig geworden, aber Fragen bleiben? Dann können Sie ihm gerne eine Mail schreiben – antworten wird er höchstwahrscheinlich nicht. Besser ist es, die Abwesenheit bei einem Konzert live zu erleben. Denn hier zeigt sich Lennart Schilgen ganz präsent und lässt seine Abwesenheitsnotizen lebendig werden.

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