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Retrospektive des Fotografen Lajos Keresztes

veröffentlicht am 10.02.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Lajos Keresztes Von der Serie/ From the series: Licht Zeichen Sprache, 0014, 1985 / Light Sign Language, 009, 1985 Cibachrom Abzug /Cibachrom 30 x 40 cm, (11 x 16 in.)

Lajos Keresztes Von der Serie/ From the series: Licht Zeichen Sprache, 0014, 1985 / Light Sign Language, 009, 1985 Cibachrom Abzug /Cibachrom 30 x 40 cm, (11 x 16 in.), Foto © Lajos Keresztes 2025

Mit der Ausstellung „ECHOS“ würdigt das Kunsthaus Nürnberg das Lebenswerk einer der bedeutendsten Vertreter künstlerischer Fotografie in Deutschland: Lajos Keresztes. Geboren 1933 in Budapest, floh Keresztes 1956 infolge des Ungarnaufstands nach Deutschland. Nach einem Architekturstudium in München wandte er sich 1961 in Köln einem Studium der Fotografie zu. Seit dessen Abschluss lebt und arbeitet er als freischaffender Fotograf und Fotodesigner in Nürnberg.

Der Großteil seines Œuvres entstand in der analogen Ära der Fotografie. Keresztes’ Arbeitsweise ist dabei weniger dokumentarisch als konzeptuell: Seine Bilder entstehen zunächst im Kopf, in enger Verwandtschaft zu Zeichnung und Malerei. In seinem künstlerischen Umfeld entwickelte er eine Bildsprache zwischen abstrakter Fotografie und surrealen Anklängen. Zugleich widmete er sich in Stadt- und Landschaftsaufnahmen den Spuren von Natur und Zivilisation. Farbe, Form und technische Experimente dienten ihm als Mittel, das Verborgene im Sichtbaren freizulegen.

Neben seinem freien Werk prägte Keresztes über Jahrzehnte auch die visuelle Kultur des Alltags. Er arbeitete für Magazine und Werbung, gestaltete zahlreiche Buchcover für den Fischer-Taschenbuchverlag und entwarf prägende Plattencover für Labels wie EMI, ECM und Deutsche Grammophon. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem World Press Photo Award, dem Kodak-Fotobuchpreis und Preisen der Stiftung Buchkunst.

Die Retrospektive im Kunsthaus Nürnberg macht die Vielschichtigkeit dieses Werks sichtbar und unterstreicht die internationale Bedeutung eines Fotografen, dessen Bilder weniger Abbilder der Welt als innere Entwürfe von Wirklichkeit sind.

Weitere Informationen unter www.kunsthaus-nuernberg.de.

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